Welchen Einfluss haben Domainendungen auf Google?

Google kennt und unterscheidet zwischen einer Reihe aus Top-Level-Domains (TLD). Die meistgenutzten Typen sind die generischen Top-Level-Domains (gTLDs) sowie die länderspezifischen Top-Level-Domains (ccTLDs). Doch welchen Einfluss haben diese und anderen Domeinendungen auf Google?

Wie unterscheiden sich gTLDs und ccTLDs?

Eine generische Top-Level-Domain besitzt für Google im Vergleich zu einer Country-Code-Top-Level-Domain (ccTLD) kein Attribut einer regionalen Zugehörigkeit und kann z. B. mit der hreflang-Anmerkung jeder beliebigen Region/Sprache zugeordnet werden.

Die länderspezifische ccTLD (zum Beispiel: .de für Deutschland, .fr für Frankreich oder .es für Spanien) ist für Google hingegen ein starkes Signal, dass der Inhalt der Domain überwiegend für das jeweilige Land bzw. dessen Suchmarkt bestimmt ist.

Welchen Einfluss haben die neuen geoTLDs?

Derzeit noch keinen. geoTLDs können in Zukunft an Einfluss gewinnen, wenn sie ausreichend genutzt werden und Google hierzu genug verlässliche Daten gesammelt hat, um zu lernen wie mit den neuen Domainendungen umzugehen ist.

geoTLDs sollen einen klaren Fokus auf eine geographische, geopolitische, ethnische, sprachliche oder kulturelle Gemeinschaft legen und könnten von Google dementsprechend gewichtet werden.

Wie gewichtet Google neue Top-Level-Domains?

Google prüft und gewichtet von Zeit zu Zeit das öffentliche Interesse und die Nutzung neuer Domainendungen und entscheidet meist im Einzelfall, ob und wie etwas an der Ausrichtung der TLD zu ändern ist.

Wie auch bei der neuen geografischen Top-Level-Domain wartet Google erst die Nutzung und Verbreitung von geoTLDs ab und entscheidet erst wenn ausreichend Daten vorliegen, ob durch geoTLDs eine regionale und/oder lokale Zuordnung des Suchmarktes bzw. der Inhalte und dessen Leser möglich ist.

Beispiel anhand der Domainendung „.io“

Die Domainendung .io steht für die Region des indischen Ozeans. Google hat anhand des Nutzungsverhaltens jedoch herausgefunden, dass diese Domainendung weltweit von z. B. vielen technologie StartUps und jungen Unternehmungen genutzt wird, da io in der Informatik für Input/Output steht, und die Kommunikation zwischen einem informationsverarbeitendem System und dessen Umwelt steht.

Eine klare Zuordnung zum indischen Ozean war durch die unterschiedliche Nutzung der Domainendung .io nicht mehr gegen und Google nahm die Domainendung als neue generische Top-Level-Domain (gTLD) mit auf, welche folglich kein Attribut einer regionalen Zugehörigkeit mehr aufweißt.

Was sagt Google?

Grundsätzlich kannst du jede Domainendung wählen, die du willst. (…) Sei dir aber bewusst, dass die meisten länderspezifischen TLDs auch auf die entsprechenden Länder ausgerichtet sind. Wenn du also eine Domain nutzt, die sonst nur in einem bestimmten Land gängig ist, gehen wir davon aus, dass Webseiten mit dieser Domainendung auch nur für dieses konkrete Land relevant sind.

Quelle: Matt Cutts




Die 10 größten Fehler bei der Domain-Wahl

Die perfekte Domain ist vor allem eins: Vor dem geistigen Auge klar erkennbar, aber nach der Verfügbarkeitsprüfung vergeben. Auf dem Weg die richtige Domain zu finden, kommt der Suchende des Öfteren vom richtigen Weg ab und verrennt sich in abstrusen Domain-Kreationen.Sind die Fehler einmal gemacht, lassen sie sich später nur schwer korrigieren und sind mit hohen Kosten verbunden. Die nachfolgenden Tipps hilft Ihnen die Frage zu beantworten: Wie finde ich die richtige Domain?

Inhalte

1. Zu lang, zu raffiniert oder erklärungsbedürftig

KISS ist eine universelle Empfehlung und lässt sich gut auf Domains anwenden. Sie steht für „keep it short and simple“ oder „keep it simple, stupid“. Für eine Domain folgt daraus: Kurze Domains sind besser. Sie sind besser merkbar und weniger anfällig für Vertipper. Das spart Geld beim Marketing und sorgt für weniger Trafficverluste.

Eine Domain sollte nicht erklärungsbedürfig sein. Im Idealfall muss sie nicht buchstabiert werden und weicht nicht von der Erwartung des Adressaten ab.

2clevr2f1nd4u.com: Cleverness bei der Domain Wahl ist eine Sackgasse. Eine Domain lässt im Idealfall nur eine Schreibweise zu. Je kürzer, älter und etablierter das Wort ist, desto weniger Missverständnisse gibt es und umso besser finden User die Seite. Weicht eine Domain von der etablierten Schreibweise ab, kann das zu Problemen führen. Der Bilderdienst flickr.com musste später die Domain kaufen,  die richtig geschrieben ist – flicker.com (mit e). Gibt es mehrere zulässige Schreibweisen, vervielfachen Sie die möglichen Domains und verwirren den User. Die Domain www.2fast4you.net lässt mehrere Schreibweisen zu:

2: 2, to, too, two
fast: fast
4: 4, four, for, fore
you: you, U

2. Domain nicht merkbar

Eine Domain sollte merkbar sein. Die Domain rzqt.de ist zwar kurz, aber schwer merkbar. Begriffe, die einen Sinn ergeben, sind grundsätzlich besser merkbar. Werden Wörter aus Fremdsprachen verwendet, leidet häufig die Merkbarkeit. Im Idealfall können Sie jemandem die Domain nennen, ohne sie zu erklären, und der Adressat erinnert sich auch noch nach einer Woche daran. Bei auto.de ist das der Fall – bei Kraftfahrzeuge-vom-Hinterhof-239.de nicht.

Der Streit, ob ein Fantasiename einen generischen Begriff schlägt, kann hier nicht entschieden werden. Ohne Marketing-Budget ist ein Fantasiename jedoch schlechter gestellt. Die höhere Unterscheidungskraft, Schutzfähigkeit und damit die Abgrenzung von anderen Marken erfordert ein gutes Marketing und ein passendes Marketingbudget. Der Fantasiename Google ist heute jedem bekannt. 1999 hätten Sie womöglich nach Gugel.com gesucht und an Topfkuchen gedacht.

3. Bindestrich in der Domain falsch eingesetzt oder nicht registriert

Unter der Endung .de verfügen über 50% der registrieren Domains über einen Bindestrich. In den USA dagegen nur 5% der .com-Domains. Ist es in Deutschland vorteilhaft einen Bindestrich zu verwenden, verbietet es sich in den USA eine Bindestrich-Domain zu verwenden.

Inhaber einer Bindestrich-Domain sollten dennoch die Variante ohne Bindestrich registrieren. Gleiches gibt für Inhaber einer Domain ohne Bindestrich. Die weniger populäre Variante kann den Traffic auf die Haupt-Domain weiterleiten.

4. Zahlen, Umlaute und Sonderzeichen in der Domain verwendet

Zahlen sind schwer merkbar, wenn der Kontext nicht stimmt. Während das Zahlenanhängsel 24 noch weitgehend verständlich ist und als Domainerweiterung universell eingesetzt wird, ist die Zahl 42 vorrangig unter Sci-Fi-Fans und Programmierern bekannt. Architekten, Designer und die Natur lieben die Zahl 1.61803. Andere weben Zahlen als Buchstabenersatz in Worte ein und schaffen das Konstrukt h4ck3r (Hacker). Auch die im Englischen weit verbreitete Verwendung der Zahl 4 für for oder 2 für to führt zu weniger merkbaren Domains, weil unklar bleibt, ob der Begriff in Zahlen oder Buchstaben geschrieben werden muss.

Technisch stellen Zahlen in der Domain kein Problem dar. Umlauten und Sonderzeichen können hingegen Probleme verursachen. Hierbei handelt es sich um IDN-Domains, die Probleme in E-Mail-Programmen und Browsern verursachen. Solange die Probleme nicht gelöst sind, raten wir von einer gewerblichen Nutzung ab.

5. Falsche Keywords eingesetzt

Wenn Sie auf Keywords setzen, sollten Sie anhand von Keywords mit einem hohen Traffic die richtige Domain wählen. Synonyme, die nicht gesucht werden, führen im schlimmsten Fall dazu, dass der Inhaber der Domain mit dem populären Keyword ihren Traffic verwertet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Sie durch richtig gewählte Synonyme zusätzlichen Traffic einsammeln können, den Sie auf Ihre Hauptdomain weiterleiten können.

Besser „fahrrad-kaufen.de“ als „drahtesel-erwerben.de“.
Besser „handy-reparieren.de“ als „mobiltelefon-instand-setzen.de“.

6. Falsche Domain-Endung gewählt

Die Versuchung auf eine andere Endung auszuweichen ist groß, wenn .de und .com bereits belegt sind. Lesen Sie hierzu den Artikel »Die richtige Domain-Endung wählen«. Für fast alle User sind .de oder .com die sinnvollsten Domain-Endungen.

7. Schlechte Ankaufstrategie

Wer billig kauft, kauft teuer – jedenfalls dann, wenn Sie mit Ihrer Domain Großes planen. Steht die Wunschdomain zum Verkauf, versuchen Sie ruhig einen Ankauf. Geben Sie ein substantielles Gebot ab und stellen Sie klar, dass Sie nicht einen Cent mehr bezahlen. Domain-Händlern fällt es schwerer ein Angebot über 1000-2000 € auszuschlagen, als ein Angebot über 150 € mit einem Gegenangebot über 10.000 € zurückzuweisen. Für private und weniger wichtige Projekte können Sie auf verfügbare Domains zurückgreifen. Beispielsweise auf eine neue Top Level Domain.

8. Missverständliche Domains

Domains können Missverständnisse verursachen – innerhalb der eigenen Sprache, aber auch in anderen Sprachen. Wenn Sie auf Bindestriche verzichten müssen, besteht die Gefahr missverstanden zu werden: penisland.com vs. pen-island.de. Bei mangelnder Fremdsprachenkenntnis schleichen sich schnell Fehler ein: So wurden die Cornflakes ohne Konservierungsstoffe einer englischen Werbeagentur in Frankreich zu „corn flakes sans préservatifs“ (Kornflakes ohne Kondome). Für Deutsche ist es hilfreich, sich die Liste der so genannten False Friends anzusehen. Diese Worte hören sich deutsch an, haben im Englischen aber eine völlig andere Bedeutung. Der Klassiker ist Handy.

9. Verwendung von Marken

Unterlassen Sie die Verwendung von Marken in Domains, wenn Sie sich nicht damit auskennen und Ärger vermeiden wollen. Markeninhaber tolerieren nicht, dass Sie das Image einer teuer aufgebauten Marke monetarisieren. Rechtsstreitigkeiten werden schnell sehr teuer. Im Zweifel können Sie sich beraten lassen.

Es ist grundsätzlich besser, eine Distanz zu anderen Angeboten zu wahren – nicht nur aus juristischen Gründen. Ähnelt Ihre Domain einer Konkurrenz-Domain, riskieren Sie Ihre Kunden zu verlieren, weil Sie sich nicht klar abgrenzen können.

10. Domain-Namen nicht getestet

Schicken Sie Ihre Wunsch-Domain als Sprachnachricht über eine Messanger-App an einen Bekannten. Sagen Sie den Domain-Namen nur einmal ohne ihn zu buchstabieren. Schickt der Empfänger die richtige geschriebene Domain zurück, haben Sie eine gute Domain gewählt.

Welche Domain wählen? 

Welche Second-Level-Domain Sie wählen, ist von sehr individuellen Anforderungen geprägt. Wenn Sie die oben genannten Fehler vermeiden sind Sie auf dem Weg zu einer sehr guten Domain.

Welche Top-Level-Domain wählen?

Die Wahl der Top-Level-Domain hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. dem Zweck deiner Website, der Zielgruppe und dem verfügbaren Budget. Die am häufigsten verwendete Domain-Endung ist .com Sie sie läßt sich universell und international einsetzen.

Für Unternehmen, die auf eine bestimmte Region oder Sprache ausgerichtet sind, sind länderspezifische Endung wie .de für Deutschland oder .at für Österreich unter Umständen besser geeignet. Für eine Non-Profit-Organisation bietet sich .org an. Domain-Endungen wie .club, .blog, .shop adressieren bestimmte Branchen oder Interessen optimal. Letztendlich sollten Sie eine Domain-Endung wählen, die zu Unternehmen und der Zielgruppe passt und leicht zu merken ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Domain-Wahl

Was ist ein guter Domainname?

Ein guter Domainname ist kurz, prägnant, leicht merkbar, leicht zu schreiben und leicht zu buchstabieren. Er kann beschreibend sein und das Thema der Website aufgreifen. Er sollte keine Zahlen oder Bindestriche enthalten, um Verwechslungen zu vermeiden. Im Idealfall unterscheidet er sich ausreichend von anderen Domainnamen, um Verwechslungen zu vermeiden. Domains für Unternehmen sollten entweder mit der Unternehmensbezeichnung oder der Marke des Unternehmens übereinstimmen.

Was ist das Wichtigste bei der Wahl des Domainnamens?

Das Wichtigste bei der Wahl eines Domainnamens ist: 1. Kürze, 2. Merkbarkeit, 3. Geringe Fehleranfälligkeit beim Schreiben und Buchstabieren, 4. Keine Zahlen, 5. Keine Umlaute. Und natürlich die Verfügbarkeit unter der richtigen Top-Level-Domain. 




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Checkliste – Unausgesprochene Nutzerfragen

  • Lohnt es sich für mich, die Inhalte zu lesen?
  • Welche Vorteile werden mir angeboten?
  • Welchen einzigartigen Vorteil (aus Unternehmensperspektive ist dies der USP/Unique Selling-Proposition) bietet mir das Unternehmen bzw. das konkrete Ange-bot – oder umgangssprachlich: Was habe ich davon, wenn ich diesem Angebot folge?
  • Wer kann mir diese Leistungsvorteile des Angebots „beweisen“ (bspw. durch Kun-denbewertungen, Testergebnisse, Zertifikate)?
  • Wer hat hier bzw. wer hat das von mir Gewünschte schon gekauft und kann mir darüber Auskunft geben (Referenzen von Kunden, Kundenbewertungen)?
  • Finde ich weitere Informationen über das Unternehmen bei Facebook, YouTubeoder in Blogs und Communitys?
  • Ist das Unternehmen vertrauenswürdig (Vorhandensein von Testsiegeln, bspw. „Trusted Shops“)?
  • Wie viele Kunden hat das Unternehmen schon gewonnen – oder wäre ich der erste?
  • An wen kann ich mich mit Fragen, Reklamationen etc. wenden?
  • Hat das Unternehmen eine Adresse und/oder Ansprechpartner in Österreich?
  • Ist die Kommunikation auf E-Mail beschränkt, oder kann ich auch telefonisch oder per Chat Kontakt aufnehmen?
  • Was soll ich konkret tun, um eine Information anzufordern oder einen E-Newsletter zu abonnieren?
  • Mit wie vielen E-Mails ist pro Tag oder pro Woche zu rechnen, wenn ich mein Opt-in hierfür erteile?
  • Wie viele E-Newsletter sendet mir das Unternehmen zu, wenn ich mein Opt-in hierfür erteile?
  • Kann ich einen E-Newsletter schnell wieder abbestellen?
  • Kann ich weitere Informationen vom Unternehmen über Twitter oder einen RSS-Feed erhalten?
  • Wie schnell muss ich reagieren, um präsentierte Vorteile erzielen zu können?
  • Was soll ich konkret tun, um eine Bestellung auszulösen?
  • Wie könnte ich eine Bestellung widerrufen?
  • Ist das von mir bestellte Produkt oder die angeforderte Dienstleistung lieferbar
  • Wann ist mit einer Zustellung zu rechnen?
  • Werden mir vertrauenswürdige Zahlungswege angeboten?
  • Welche Garantie und/oder Umtauschmöglichkeiten habe ich?
  • Wie transparent und verständlich sind für mich die AGB?
  • Werden meine Adressdaten weitergegeben?
  • Wie wird der Datenschutz sichergestellt?


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