Chrome-Browser bekommt Root-CA-Speicher

Google hat seine Pläne für eine im Chrome-Browser eingebaute Verwaltung von Root-CAs konkretisiert und das bereits 2020 angekündigte Chrome Root Program offiziell gestartet. Bislang verwendet Chrome für die Überprüfung von HTTPS-Zertifikaten das Betriebssystem als Vertrauensanker und lässt alle Zertifikate gelten, deren digitale Unterschrift sich auf eines der vom Betriebssystem installierten Root-CA-Zertifikate zurückführen lässt. Künftig soll ein Chrome Root Store im Browser diese Zertifikate verwalten. Google bestimmt dann selbst, welche Root CA (Certification Authority) als vertrauenswürdig gilt, und verstärkt so seinen Einfluss auf die Herausgeber der Root CAs.

Chrome Root Store soll lokal verwaltete Zertifikate berücksichtigen. Wenn also ein Zertifikat zum Beispiel via Windows Group Policy verteilt wird, soll es Chrome als vertrauenswürdig einstufen. Den Übergang will Google allmählich vollziehen, bereits der im September erschienene Chrome 105 wird laut Google für manche Nutzer mit aktiviertem Root Store ausgeliefert. Wer das Feature testen will, kann beim Browserstart ein entsprechendes Flag setzen. (ulw@ix.de)