WordPress – Themes

WordPress-Themes: Worauf kommt es an?

Das Theme bestimmt nicht nur das Aussehen einer WordPress-Site, es beeinflusst auch ihren Funktionsumfang und ihre Struktur. Deshalb ist es wichtig, ein passendes Theme auszuwählen. Dieser Artikel zeigt, worauf Sie dabei achten müssen und präsentiert eine Auslese besonders vielseitiger und hübscher Themes.

Von Vladimir Simović

Beim Aufziehen einer Website mit WordPress kommt fast unmittelbar nach der Installation die Frage auf, welches Theme zum Einsatz kommen soll. Ein späterer Wechsel ist meist mit umständlichen Anpassungen verbunden. Den damit einhergehenden Aufwand und die Kosten sollten Sie nicht unterschätzen. Umso wichtiger ist es, sich vorher Gedanken über das richtige Theme zu machen.

Ein Problem dabei ist, unter den Tausenden kostenlosen und kostenpflichtigen Themes ein passendes zu finden. Etliche werden in einem Freemium-Modell vertrieben: Eine Basis-Version kostet nichts; wer mehr will, muss in die Tasche greifen. Ihre kostenpflichtigen Themes vertreiben die Hersteller häufig mit mehreren Bezahlmodellen: Für einen einmaligen Betrag, bei hochwertigen Themes im dreistelligen Bereich, erwerben Sie ein lebenslanges Nutzungsrecht – mitunter für die Nutzung auf mehreren Sites. Sie können Themes aber auch zu einem günstigeren Jahrestarif mieten.

Das offizielle Theme-Verzeichnis von WordPress erreichen Sie entweder direkt über das Backend Ihrer WordPress-Installation oder im Web unter wordpress.org/themes/. Es listet nur kostenfreie Themes und kommerzielle Themes, die unter einer Lizenz angeboten werden, die mit der GNU General Public License (GPL) kompatibel ist. Insgesamt finden sich dort knapp 9000 Themes. Andere Premium-Themes erhalten Sie entweder über die Websites der Entwickler direkt oder über spezialisierte Portale wie themeforest (siehe ct.de/y8ea).

Bevor Sie sich für ein bestimmtes Theme entscheiden, sollten Sie einige Eckpunkte prüfen:

  • Wird es aktiv gepflegt? Wann war die letzte Aktualisierung?
  • Gibt es Support oder eine Community, die bei Fragen helfen kann?
  • Ist das Theme responsive, passt es sich also verschiedenen Displaygrößen und Gerätetypen automatisch an?
  • Ist es darauf optimiert, dass die Inhalte in Suchmaschinen gut platziert werden (SEO)?
  • Ist das Theme optimiert in Bezug auf die Ladezeit?
Der Steckbrief eines Themes im WordPress-Verzeichnis liefert viele aussage-kräftige Basisinformationen.
Der Steckbrief eines Themes im WordPress-Verzeichnis liefert viele aussage-kräftige Basisinformationen.

Antworten zu einigen dieser Fragen finden Sie auf der Seite eines Themes im WordPress-Verzeichnis. Dort stehen Informationen zu den Anforderungen, Bewertungen durch andere Nutzer sowie Links zum Code, dem Development Log und, falls vorhanden, zur externen Theme-Homepage beim Hersteller. Haben Sie ein Theme näher ins Auge gefasst, können Sie sich im Themes-Verzeichnis auch eine Vorschau ansehen. Sie sollten auch einen genauen Blick darauf werfen, welche Funktionen und Extras es bietet. Viele wichtige Auswahlkriterien finden Sie unter den „Schlagwörtern“ auf der Theme-Seite.

Diese Schlagwörter können Sie auch als Filter in der Suchfunktion einsetzen, um infrage kommende Themes zu finden. Viele der Schlagwörter sind selbsterklärend: „Für Barrierefreiheit geeignet“, „Individuelle Farben“, „Individuelles Logo“, „Beitragsbilder“, „Footer-Widget“, „Beitrag oben halten“ et cetera.

„Übersetzbar“ heißt, dass sich das Theme auch für mehrsprachige Websites eignet. „Block-Editor-Vorlagen“ bedeutet, dass das Theme den Gutenberg-Editor (siehe S. 64) mit eigenen Vorlagen erweitert. Man kann auch nach Layout-Aspekten filtern, etwa nach der Anzahl der Spalten oder nach dem Vorhandensein einer linken oder rechten Seitenleiste. Außerdem können Sie nach der inhaltlichen Ausrichtung Ihrer Website filtern (Blog, Bildung, E-Commerce etc.).

Pagebuilder: Hilfsmittel und Problemquelle

Sie sollten zudem beachten, ob ein ausgewähltes Theme sogenannte Pagebuilder von Fremdanbietern einbindet. Sie ergänzen den Editor mit vielen einfach nutzbaren Bauelementen wie Galerien, Buttons und Textbereichen, die Sie per Drag & Drop in die Seite ziehen können. Pagebuilder sind mächtige Werkzeuge, die es Website-Betreibern einfach machen, schnell ein gutes Layout zusammenzuklicken. Einige Pagebuilder allerdings erzeugen unnötigen Code und machen die Webseiten fett und langsam.

Pagebuilder standen Pate für den Gutenberg-Editor, den WordPress mittlerweile nutzt, und der für viele Anwendungszwecke genügt. Daher stellt sich seit Erscheinen von Gutenberg die Frage nach dem Sinn und Zweck von Pagebuildern noch mehr als zuvor. Diese Übersicht stellt dennoch einige Themes vor, die auf Pagebuilder setzen – weil diese Themes sehr beliebt sind und weil „Pagebuilder“ nicht automatisch schlechte Performance bedeutet. Manche Pagebuilder arbeiten auch mit Gutenberg zusammen.

Die Erfahrung zeigt allerdings auch, dass es häufiger Ärger bei Updates und Theme-Wechseln von Websites gibt, die Themes mit Pagebuildern nutzen. Wenn es sich machen lässt, sollten Sie beim Aufsetzen einer neuen Site daher auf solche Themes und Pagebuilder außer Gutenberg verzichten. Das gilt insbesondere, weil WordPress vor einem grundlegenden Wechsel der Themes-Architektur steht (siehe Absatz „Minimalistisch und elegant“), bei dem sich noch zeigen muss, wie die Entwickler von Pagebuildern damit umgehen wollen.

Wenn Sie Wert auf größtmögliche Flexibilität legen, sollten Sie darauf achten, dass das Theme sogenannte Hooks unterstützt. WordPress baut eine Seite aus diversen Datenbankabfragen zusammen. Dabei arbeitet der WordPress-Kern mit Plug-ins und dem Theme zusammen, um Seitenelemente wie Texte und Bilder zu sammeln und die Seite zu rendern. Mit Hooks können Entwickler ihren Code an bestimmten Punkten in diesen Erstellungsprozess einklinken und ausführen. Manche Themes ermöglichen es, auf Hooks durchzugreifen, was zusätzliche Layout-Möglichkeiten bietet. So können Sie zum Beispiel sehr einfach einen zusätzlichen Text oder ein zusätzliches Banner im Kopf Ihrer Site einfügen.

Mit dem Standard-Theme kann man neue Seiten von Vorlagen ableiten oder mit einer leeren Seite beginnen – für viele Zwecke genügt das schon.
Mit dem Standard-Theme kann man neue Seiten von Vorlagen ableiten oder mit einer leeren Seite beginnen – für viele Zwecke genügt das schon.

Für umme

Bei Gratis-Themes geben die Entwickler in der Regel keinen Support. Nutzer helfen sich bei Schwierigkeiten gegenseitig im Forum, das es im WordPress-Themes-Verzeichnis für jedes Theme gibt. Den Link darauf finden Sie in der Sidebar der Themes-Seite. WordPress enthält von Haus aus mehrere Themes, die von den Entwicklern des CMS selbst stammen. Im Moment sind das Twenty Nineteen, Twenty Twenty sowie das aktuelle Theme Twenty Twenty-One. Alle Standard-Themes sind kostenlos. Grundsätzlich eignen sie sich insbesondere für Einsteiger hervorragend, da sie nicht mit Optionen und Features überhäuft sind.

Twenty Twenty-One, das aktuelle Standard-Theme, ist ideal abgestimmt auf den Gutenberg-Editor. Es versteht sich als leere Leinwand, auf der die Nutzer mithilfe der Gutenberg-Blöcke ihre eigenen Ideen und Vorstellung verwirklichen (wer das nicht mag, findet aber auch ein paar Layoutvorlagen). Das Theme eignet sich somit für alle, die gerne mit den WordPress-eigenen Tools eine komplette Website entwerfen möchten. Da Sie mit dem Theme bei Null anfangen, stehen Ihnen damit alle Möglichkeiten offen – nicht nur Portfolio- und Business-Website sowie private Blogs, für die das Theme im Verzeichnis angepriesen wird.

GeneratePress eignet sich für viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten, auch mit dem E-Commerce-Plug-in WooCommerce ist es kompatibel (siehe S. 73). Es ist daher sehr beliebt. Die Entwickler legen viel Wert auf gute Performance, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit. Schon in der Basisversion bietet das Theme mit seinem responsiven Design, den neun Widget-Bereichen, fünf Navigationspositionen und fünf Seitenleisten-Layouts unzählige Möglichkeiten, um eine Website zu gestalten.

Die kostenpflichtige Premium-Version gewährt noch einmal deutlich mehr Design- und Gestaltungsmöglichkeiten. GeneratePress nutzt den WordPress-Customizer, mit dem man Layoutoptionen für das Theme bequem per Dialog einstellt, für besonders viele Optionen. Es lassen sich also besonders viele Einstellungen per Customizer setzen, für die man bei anderen Themes Hand an den Code legen müsste oder Plug-ins benötigt. Dazu gehören erweiterte Einstellungen für Farben, Schriften, Menüs, Header, Abstände und vieles mehr. Entwickler können auf eine Bibliothek vorgefertigter Layouts zugreifen, um ihr Design zu entwerfen. Zudem können Entwickler in der Premium- Version Hooks ansprechen.

Astra ist wie GeneratePress eines der beliebtesten Themes für WordPress. Das liegt daran, dass es sehr anpassbar und flexibel ist. Astra bietet zudem über 180 Designvorlagen, die allerdings teilweise mit – verschiedenen – Pagebuildern realisiert wurden. Wer ein kostenloses und schnelles Theme für einen WooCommerce-Shop sucht, der ist mit Astra sicherlich gut bedient. Das Theme ist zwar nicht nur auf Websites ausgerichtet, die das Shop-Plug-in verwenden, findet aber in der WooCommerce-Community großen Anklang. Die kostenpflichtige Version bietet noch viele zusätzliche Möglichkeiten, darunter Hooks, um die Website an externe Datenquellen anzubinden

Premium-Themes

Die unschlagbaren Vorteile vieler Premium-Themes sind der Support und die Update-Frequenz, die oft deutlich höher ist als bei kostenlosen Themes. Auch bieten Premium-Themes mitunter Besonderheiten – etwa eine integrierte Shop-Funktion oder eine über einfache Links hinausgehende Social-Media-Vernetzung –, die man sonst erst umständlich nachrüsten muss. Viele Premium-Themes lassen sich außerdem für den Einsatz in verschiedenen Anwendungsbereichen anpassen. Durch die Fülle an Features und Möglichkeiten wirken Premium-Themes allerdings schnell sehr überladen und für unbedarfte Nutzer unübersichtlich.

Divi-Theme ist ein Allrounder für alle Fälle. Das Theme ist mit einem eigenen Pagebuilder ausgestattet. Mit Divi-Theme können Sie also eine Website von Grund auf gestalten. Kaum ein Theme liefert so viele verschiedene vorgefertigte Elemente mit. Zudem besticht Divi-Theme auch durch über 110 vorgefertigte Websites und etliche Layout-Elemente, etwa für Bilder-Slider und Formulare, die als Vorlage für eine eigene Website dienen können. Genau diese Vielzahl an Möglichkeiten ist es aber auch, die Einsteiger und Anfänger verunsichern kann. Nutzer, die keine Erfahrung im Webdesign haben, sollten zu einem der kostenlosen und einfacheren Themes greifen. Mit seiner umfangreichen Dokumentation und sehr großen Community sowie dem guten Support gehört Divi-Theme aber zu Recht zu den beliebtesten WordPress-Themes.

Beim Premium-Theme Enfold wählen Sie als Ausgangspunkt für ein eigenes Design eine aus mehr als 35 Website-Vorlagen, etwa für Firmen- oder Restaurant-Homepages, Blogs oder Onepager. Das Theme bietet vor allem für die Gestaltung von Portfolio-Websites umfangreiche Möglichkeiten. Durch den eigenen Pagebuilder bietet Enfold eine Vielzahl von eigenen Elementen zur Gestaltung der Website. Die Community ist sehr engagiert und der Support außerordentlich gut – und deutschsprachig, weil die Entwickler Österreicher sind.

Die Themes-Entwickler unterhalten Galerien, in denen man sich einen Eindruck von den Möglichkeiten ihrer Werke – hier: Enfold – machen kann.
Die Themes-Entwickler unterhalten Galerien, in denen man sich einen Eindruck von den Möglichkeiten ihrer Werke – hier: Enfold – machen kann.

Minimalistisch und elegant

Das Werkstatt-Theme von Elmastudio eignet sich gut zur Präsentation von Portfolios.
Das Werkstatt-Theme von Elmastudio eignet sich gut zur Präsentation von Portfolios.

Wer es gerne aufgeräumt und minimalistisch mag, der sollte sich die Themes von Elmastudio ansehen. Sie sind allesamt klar und elegant im Design. Künstler oder Fotografen sollten hier ein Theme finden, mit dem sie Ihr Portfolio gut in Szene setzen können. Die 18 Themes kosten einzeln 19 Euro und im Paket 39 Euro inklusive einem Jahr Updates.

Hervorzuheben ist das Theme Aino, das bereits als sogenanntes Full-Site-Editing-Theme zur Verfügung steht. Full Site Editing bedeutet, dass WordPress-Seiten zukünftig ausschließlich aus Blöcken bestehen soll, wie man sie im Gutenberg-Editor entwirft (siehe S. 64).

WordPress-Nutzer werden also auf alle Bereiche ihrer Website direkt im Editor zugreifen und diese bearbeiten können. Full Site Editing ist noch nicht vollständig in WordPress implementiert. Es ist daher nicht empfehlenswert, das Theme bereits produktiv einzusetzen. Man kann sich aber schon mal einen Eindruck davon verschaffen, wie sich Full Site Editing anfühlt. Es soll voraussichtlich mit WordPress 5.9, welches im Dezember 2021 veröffentlicht wird, vollständig implementiert sein. Durch das Full Site Editing wird sich der Anbieter-Markt der Themes sicherlich neu sortieren, sodass für 2022 spannende Entwicklungen zu erwarten sind.

Sie haben unter den hier vorgestellten kein passendes Theme gefunden? Kein Problem, schließlich gibt es noch Tausende mehr im Verzeichnis von WordPress. (jo@ct.de)

Themes und -Verzeichnisse: ct.de/y8ea